Laut BGH-Urteil aus dem Jahre 2004 ist der Anbau von Obst und Gemüse im Kleingarten in nicht nur untergeordnetem Umfang erforderlich.
Als Kleingärtner sind wir angehalten 1/3 der Gartenfläche für die Kulitivierung von Obst und Gemüse zu nutzen.
Ein Minimum von 30 qm einjährigen Kulturen + 30 qm zwei-/mehrjährigen Kulturen sollte in unserem Gärten (ausgehend von ca. 600 qm Gartengröße) umgesetzt werden!
Damit viele Gartenfreund*innen dieses Minimum erfüllen, zeigen wir hier wie die Beete geschickt bestückt werden können.
Kultur-Tipps:

zwei Zucchini-Pflanzen
- damit sind gut 4 qm belegt
- Als Begleitpflanzen in Mischkultur: Tagetes, Ringelblumen, Salate und Turbo-Kulturen wie Radieschen oder Spinat.

zwei Reihen Kartoffeln
- die jeweils an den äußeren Rändern eines Beetes in optimaler Breite von ca. 1,20 m gelegt werden können.
- In der Mitte, zwischen den zwei Reihen lässt man großzügig Platz frei und nutzt den Boden für das zweite Anhäufeln. Dort kann man danach mittig eine Reihe Buschbohnennester legen
- ergibt weitere 8 bis 10 qm Gemüseanbaufläche.
- Auf zwei mal fünf Meter Beet-Länge braucht man dafür nur ungefähr 30 Saatkartoffeln.

zwei Kürbispflanzen.
- pro Pflanze werden ca. 6 bis 8 qm Boden benötigt. So kann man erneut 12 bis 16 qm Ackerfläche bestücken. Wer mag, setzt dazwischen an Rankestangen jeweils ein paar Nester Zuckererbsen. Diese können direkt von der Pflanze gepflückt und verzerrt werden. Auch vorgezogener Mais ist eine Option. Der Mais kann zudem als Rankhilfe für Stangenbohnen genutzt werden. Diese Form von Mischkultur ist auch als „Milpa-Beet“ bekannt.

Mangold
- mit ihm kann man die Randbereiche von Beeten gut bestücken. Er ist zweijährig und man kann ihn über den Winter stehen lassen.
- Ergibt ca. 4 qm Beetfläche.
- Die Beetfläche mittig kann im Winter gut mit Anti-Unkraut-Folie oder Mulch abgedeckt werden.
- Eine andere, schöne Alternative ist ein mit Weidengeäst umrandetes etwa 4 qm Beet mit einer Mischung aus Bienenblumen und einjährigen Küchen- sowie Heilkräutern. Das wächst und pflegt sich von allein! Ein zweiter, äußerer Ring kann dann für Kohlköpfe, Rote Bete, div. Rübensorten und / oder Kohlrabi genutzt werden. So hat man geschickt erneut gut 8 bis 10 qm Fläche bestückt.
- Im Herbst bietet es sich an, die leeren Flächen mit Feldsalat und Winter-Portulak sowie ggf. Löffelkraut zu besäen. Das sichert die Vitamine und verhindert die Verwilderung der Fläche.

Tomaten
- Ein Tomatenhaus kann je nach Größe gut mit 5 bis 6 Tomatenpflanzen bestückt werden. Pflanzabstand ca. .40 – 50 cm.
- Als Begleitpflanze eignet sich z.B. Basilikum

Physalis
- die süß-säuerliche Alternative.
- Pro Pflanze benötigen wir ca. 1 qm Beetfläche.
- Die Physalis wachsen, je nach Sorte, sehr buschig und ausladend.
- Die Erntezeit beginnt im Herbst und geht bis zu den ersten Frösten.
zweijährige Kulturen
- Haferwurzel,
- Schwarzwurzel
- Pastinake
- wilde Rauke
- Etagenzwiebeln
- Ewiger Kohl
- Erdmandel
- Artischocke
- Baumtomate
- Knollenziest
Um die Bodengesundheit zu erhalten und zu fördern, ist es ratsam eine Gründüngung auszubringen. Diese kann auf abgeernteten Beeten gesät werden. Je nach Art der Gründüngung überdauert diese den Winter und wir im Frühjahr gehackt und eingearbeitet oder friert ab und wird von den Bodenorganismen umgesetzt.
Gerne stehen wir euch auch zur Begehung eurer Flächen samt praktischer Ratschläge zur Umsetzung zur Verfügung.
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Kontakt:
Gartenfachberaterin: Kerstin, Garten-Nr. 10/ 15
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